Es begann alles 2012 im Urlaub unter Palmen, als ich in einem Club-Hotel Christina kennen lernte. Damals war ich als Managerin in der Wirtschaft angestellt und durfte Kind und Kegel unter einen Hut bekommen, was natürlich nicht immer leicht war.

Beim morgendlichen Begrüßungs-Tanz der Kinder im Flosse Club lernte ich Christina kennen. Wir freundeten uns an. Während der Urlaubszeit verbrachten wir gemeinsame Zeit bei Sportaktivitäten, mit den Kindern und Abende im Club-Hotel.

Eines Abends erzählte sie mir eine tiefgreifende Geschichte über ihre Krebserkrankung und dass es ihr erster Urlaub mit der Familie nach der Erkrankung sei und sie nie die Hoffnung verloren hätte. Besonders bestärkt begleitend hat sie neben der Krebs-Therapie Yoga und Meditation.

Sie erklärte, dass sie mit Yoga und Meditation ihre eigene Achtsamkeit geschult hätte.

Das Wort Achtsamkeit wird oft im Buddhismus gebraucht, bei dem es als eine der großen Eigenschaften der Meditation gilt. Achtsam heißt aufmerksam zu sein, doch es deutet auf mehr als dies hin. Du bist dann nicht mehr von den eigenen unbewussten Begierden, Ängsten und Reaktionsmustern gefangen. Auf der Stufe der Achtsamkeit mag man immer noch darauf reagieren oder sich verstecken wollen, doch nun kann man sich selbst dabei beobachten.

Der Mystiker würde zum Thema Achtsamkeit folgendes sagen: „Es ist der Tod des Egos“

Damit ich einen Einstieg in das Thema Achtsamkeit finden konnte, empfahl mir Christina damals zu erst einmal das Buch „Wie Yoga heilt“ von Tara Stiles.

Wenige Wochen später nach der Urlaubsreise lag ich auf einer Yogamatte in einem Studio in Wuppertal und begann Achtsamkeit zu üben. Meine Absicht war ganz klar: Nicht nur lesen, sondern ich wollte diese achtsame Erfahrung, von der Christina mir berichtete, am ganzen Körper und im Geist spüren.

Achtsamkeit ist keine…

Religion: Achtsamkeitstraining kann unabhängig von der einer religiösen Weltanschauung praktiziert werden

Technik, um dem Alltag zu entfliehen: Durch Achtsamkeit kannst du Kontakt zu jedem Augenblick deines Lebens herstellen: unangenehm und angenehm

Methode, den Geist leer zu machen: Der Geist wird immer Gedanken hervorbringen. Es geht darum ihn tiefer zu verstehen

Strategie, Gefühlen zu entkommen: Nur wenn du deine Gefühle akzeptierst, werden sie sich entspannen

Kurzum Achtsamkeit ist: „Zu wissen, was du erlebst, während du es erlebst“

Mein Learning: Gefühle entstehen durch Gedanken

Was ich mit Achtsamkeit lernte

  1. Gefühle loslassen: Um Loslassen zu lernen, ist es wichtig sich mit seiner Gefühlswelt auseinander zu setzen. Die Schwere unserer Lasten ergibt sich aus unserer Bindung an vergangene Schmerzen und Emotionen, sowie aus Angst und Sorge vor der Zukunft. Es kann beängstigend wirken seine Gefühle aus der Vergangenheit zu erkennen und anzuerkennen. Wenn wir lernen, bewusst und achtsam im gegenwärtigen Moment zu leben, können wir lernen loszulassen

2. Gefühle entstehen durch Gedanken mit denen wir eine Situation deuten. Dies geschieht in der Regel blitzschnell und bleibt daher meist unbewusst. Ich möchte dir dazu ein Beispiel geben:

Dir steht eine Prüfung bevor (Situation). Du denkst „Ich werde versagen“ (Gedanke) und bekommst Angst (Gefühl). Durch die Angst verstärkst sich zugleich dein Glaube an den Gedanken „Ich werde versagen“

Damit ein Gedanke in mir ein Gefühl erzeugen kann, muss ich an es glauben, in dem ich denke, er sei die einzige Wahrheit. Im Achtsamkeits-Training geht es darum, dass ich lernte, diese Gedanken nur als Gedanken und nicht ungeprüft als Realität zu sehen.

3. Wie ich meine innere Welt in den Griff bekam, der Umgang mit Gefühlen & Emotionen: Ich lernte, dass ich es nicht mehr beeinflussen kann, welche Gefühle und Emotionen in mir auftauchen. Ich fand mit Achtsamkeit einen Weg damit bewusster umzugehen

Hier meine 3 achtesamen Schritte zum Umgang mit Gefühlen & Emotionen:

  1. Vom Verdrängen zum Benennen: Das ist Angst, Trauer, Wut, Ohmacht, Stress, Schuld, Unzufriedenheit, Frust, Ärger, Scham, Hoffnungslosigkeit
  2. Vom Bewerten zum Wahrnehmen: Wie „schmeckt“ das Gefühl jenseits von richtig und falsch?
  3. Vom Identifizieren zum Akzeptieren: Emotionen und Gefühle erlauben und mit Verständnis, Anerkennung und Mitgefühl betrachten

Was ich über den inneren Gefühlskompass lernte

Ich beobachte, wie mich meine Gedanken die Gefühle beeinflussen. Ich entdeckte und erforschte, wie beide sich gegenseitig verstärkten. Das ist wirklich spannend und das hat mir vorher in der Schule niemand gelehrt.

  1. Angst/ Stress

Gedanken: „ Es wird schief gehen“, „ Ich werde versagen“, „Das ist zu gefährlich“, „Das ist schlimm“

Gefühl: skeptisch, Zweifel haben, misstrauisch, besorgt, irritiert, durcheinander, verwirrt, ungeduldig, aufgeregt, angespannt, aufgewühlt, unruhig, nervös, gehemmt, unsicher, verunsichert, überfordert, überlastet, gestresst, eifersüchtig, entsetzt, schockiert, Angst haben, ängstlich

2. Schuld

Gedanken: „Ich habe etwas falsch gemacht“, Ich bin schuld daran“, „Das liegt/lag an mir“

Gefühl: schuldig, verpflichtet, verantwortlich

3. Scham

Gedanken: „Ich bin falsch“, „Mit mir stimmt etwas nicht“, „Ich bin nicht in Ordnung“

Gefühl: sich schämen, peinlich berührt sein

Mein Fazit: Das Königreich des Himmels, damit meine ich die Harmonie und den tiefen Frieden, habe ich in meiner inneren Welt meiner Gedanken und Gefühle gefunden. Es ist eine Art Offenbarung der menschlichen Psyche.

„Wenn Menschen leiden, dann müssen sie in sich selbst schauen: Glück ist keine Fertigware, dass [Buddha] dir geben kann. Es kommt von deinen eigenen Handlungen.“-Dalai Lama

Wenn du auch kein Opfer deiner einen Gedanken und Gefühle mehr sein möchtest, so kann ich dir nur sagen, beschäftige dich mit Achtsamkeit, Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität.

Wir bieten 2022 wieder unser beliebtes Tages-Retreat: Alpakas, Achtsamkeit & Auszeit für die Seele an.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann schau unter: Magische Meditationen bei den Alpakas

Liebe Grüße

Mareike Hummel, Alpaka Residenz Hummeltamm